Die Gesundheitsexperten – sekundäre Pflanzenstoffe

In Nahrungsergänzungsmitteln sollten immer ganze Früchte, Pilze, Kräuter, etc. verarbeitet werden, um den Nutzen für Körper und Geist zu erhöhen.

Wahre Helden aus der Natur

Sekundäre Pflanzenstoffe helfen Pflanzen, sich an ihre Umwelt anzupassen. Sie wehren zum Beispiel Fressfeinde ab, schützen vor Sonne, Regen oder Pilzbefall, wirken als Wachstumsregulatoren und dienen darüber hinaus als Geschmacks-, Duft- oder Farbstoff. Sie helfen jedoch nicht nur der Pflanze, sondern haben auch Effekte auf die Gesundheit des Menschen. Er profitiert durch den Verzehr von Pflanzen, also von Obst, Gemüse, Nüssen, Pilzen oder Kräutern von diesen Effekten. Sie sind vielfältig und können sowohl heilend als auch prophylaktisch gegenüber verschiedenen Krankheiten sein. So ist es zum Beispiel allgemein bekannt, dass Resveratrol ein Pflanzenstoff ist, der in Himbeeren, Kakaobohnen und vor allem in roten Weintrauben steckt. Er schützt nicht nur die Pflanze, sondern wirkt auch antioxidativ auf menschliche Zellen. Leider ist das Thema in der pharmazeutischen Industrie nicht weit verbreitet, denn die Unternehmen erwarten in der Regel nicht, dass sich nennenswerte Gewinne mit den Inhaltsstoffen von Pflanzen erzielen lassen. Deshalb sind sie häufig nicht bereit, Studien zu sekundären Pflanzenstoffen zu finanzieren.

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Naturheilkunde im Trend

Dennoch verzeichnet die Medizin seit Jahren einen Trend in Richtung einer verstärkten Integration von Naturheilverfahren. Denn auf diese Weise können die Nebenwirkungen herkömmlicher Therapien reduziert werden, was insbesondere für Allergiker und chronisch Kranke wertvoll ist. Das 2010 gegründete Centre for Organismal Studies (COS) Heidelberg beschäftigt sich beispielsweise unter anderem mit der Erforschung sekundärer Pflanzenstoffe. An diesem spezialisierten Institut der Universität Heidelberg erforscht ein internationales Team unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Rausch, wie ganz bestimmte Pflanzen die Bildung von sekundären Pflanzenstoffen steuern. Hier hat jede Pflanzenart ihren eigenen Mix und ihre Strategie. Ziel des Forscherteams ist es, Wege zu finden, die Pflanze in ihrem Wachstum – ohne genetische Veränderung, sondern zum Beispiel durch Modulation von Stressfaktoren wie Licht oder Temperatur – so zu beeinflussen, dass sie von den für den Menschen nützlichen sekundären Pflanzenstoffen möglichst viel produziert. Was bedeuten diese Erkenntnisse nun für die Ernährung im Alltag? Auf den Speiseplan gehören täglich möglichst viele, unterschiedliche, heimische und saisonale Obst- und Gemüsesorten. Diese sollten als ganze Einheit und möglichst frisch verspeist werden.

Nahrungsergänzungsmittel

Für Menschen, die keine Zeit finden, sich täglich mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen, bleibt die Möglichkeit, sich mit Nahrungsergänzungsmitteln zu behelfen. Die Erkenntnisse der Forschung, dass sekundäre Pflanzenstoffe ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit besonders dann entfalten, wenn sie in ihrer natürlichen komplexen Zusammenstellung verbleiben, erleichtert hier die Auswahl. Denn Wissenschaftler wie Prof. Dr. Thomas Rausch empfehlen die Verwendung von ganzen Pflanzen, anstelle von isolierten, einzelnen Inhaltsstoffen. Isolierte Inhaltsstoffe sind häufig zu hoch dosiert oder können vom menschlichen Körper gar nicht verwertet werden. Werden für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln hingegen ganze Früchte, Pilze, Kräuter, etc. verwendet, kann der Körper die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe besser aufnehmen.